

Die Ausschabung der Gebärmutter und damit die Entfernung der Gebärmutterschleimhaut ist der von Frauenärzten am häufigsten durchgeführte Routineeingriff. Sie wird entweder aus diagnostischen Gründen z.B. bei Blutungsstörungen oder auch therapeutisch z.B. bei verstärkten oder verlängerten Regelblutungen vorgenommen. Die Entfernung der Gebärmutterschleimhaut ist für den Körper kein ungewöhnlicher Prozess: Die Schleimhaut wird auch natürlicherweise jeden Monat in Form der Regelblutung vom Körper abgestoßen und anschließend wieder aufgebaut – bis zur nächsten Regelblutung.
Nachdem der Muttermund mit dünnen Stiften vorsichtig aufgedehnt wurde, werden mittels einer Kurette – einer Art Löffel mit scharfen Rändern – der Gebärmutterhals und die Gebärmutterhöhle ausgeschabt und die Gebärmutterschleimhaut abgetragen. Das dabei gewonnene Gewebe wird zur feingeweblichen Untersuchung an den Pathologen (Facharzt, der das Gewebe untersucht) weitergeleitet, welcher Ihrem Arzt/ Ärztin innerhalb weniger Tage den histologischen Befund mitteilt.
Häufig wird der Eingriff auch noch durch eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) ergänzt, bei der durch Scheide und Gebärmutterhals ein optisches Instrument mit Lichtquelle in das Innere der Gebärmutter eingeführt wird. Hierbei kann der Arzt unter Sichtkontrolle mit entsprechenden Instrumenten auffällige Schleimhautbezirke wie z.B. kleine Schleimhautausstülpungen (Polypen) entfernen und zur Untersuchung unter dem Mikroskop weiterleiten.
Am häufigsten wird eine Gebärmutterausschabung aus diagnostischen Gründen bei Blutungsstörungen empfohlen. Dies können z.B. unregelmäßige oder zu starke Blutungen oder ein Wiederauftreten von Blutungen nach den Wechseljahren sein. Meistens stecken harmlose Ursachen hinter diesen Störungen wie hormonelle Störungen, gutartige Tumoren der Gebärmuttermuskulatur (Myome) oder gutartige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut (Polypen). In seltenen Fällen können aber auch bösartige Ursachen wie ein Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) dahinterstecken, dem man dann mittels der Ausschabung und ggf. der Gebärmutterspiegelung auf die Spur kommen würde. Auch auffällige Zellabstriche bei der Vorsorgeuntersuchung oder verdächtige Befunde im Ultraschall können mittels einer Gebärmutterausschabung abgeklärt werden.
Die Ausschabung bei zu starken und/oder verlängerten Regelblungen kann auch gleichzeitig die Therapie darstellen. Dies ist z.B. dann der Fall wenn während eines verlängerten Zyklus (z.B. bei fehlendem Eisprung im Rahmen der langsam beginnenden Wechseljahre) die Schleimhaut zu stark aufgebaut wurde oder wenn die Gebärmutter sich aufgrund gutartiger Geschwülste in der Muskulatur nicht richtig zusammenziehen und dann die Blutung nicht richtig stoppen kann.
Auch nach einer Fehlgeburt wird in der Regel eine Ausschabung der Gebärmutter vorgenommen, da trotz der stattgehabeten Blutung Gewebereste in der Gebärmutter zurückbleiben können, welche zu Infektionen und längerdauernden Blutungen führen können.
Die Gebärmutterausschabung dauert in der Regel nur 5-10 Minuten. Ebenso lange dauert die Vollnarkose, in welcher dieser Eingriff normalerweise stattfindet.
Im Prinzip gibt es keine Erkrankungen oder Umstände, bei denen sich eine Ausschabung völlig verbietet – mit Ausnahme natürlich einer gewollten Schwangerschaft.
Die Gebärmutterausschabung ist ein risikoarmer Routineeingriff, der problemlos ambulant vorgenommen werden kann.
Über sehr seltene, aber nicht hundertprozentig auszuschließende Komplikationen wie Verletzungen der Gebärmutter, Thrombose oder Infektionen wird Ihr Arzt Sie vor dem Eingriff umfassend aufklären.
Die ersten Tage nach dem Eingriff besteht noch eine Wundblutung, wobei der Blutverlust dabei meist sehr gering ist. Nach 3-5 Tagen kann die Blutung noch einmal etwas zunehmen, vergleichbar mit einer normalen Regelblutung. Nachfolgend kann noch für etwa 14 Tage bis zur nächsten Regelblutung ein blutig/bräunlicher Ausfluss bestehen.
Eventuell spüren Sie in der ersten Zeit nach dem Eingriff leicht ziehende Schmerzen, ähnlich den normalen Menstruationsbeschwerden. Hierüber brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen.
Da der Muttermund nach der Operation noch etwas geöffnet ist und die Gefahr aufsteigender Infektionen aus der Scheide dadurch größer ist, sollten Sie in den ersten zwei bis drei Wochen nach dem Eingriff nicht baden oder schwimmen gehen, keinen Geschlechtsverkehr haben, keine Tampons benutzen und auf Saunabesuche verzichten. Körperliche Schonung wird für etwa eine Woche empfohlen.
Hatten Sie vor dem Eingriff regelmäßige Monatsblutungen, ist mit der nächsten Regelblutung etwa 4-8 Wochen nach der Ausschabung zu rechnen. Schon vor dieser Blutung kann aber eine Schwangerschaft eintreten, so dass Sie auch in diesem Zeitraum auf Empfängnisverhütung achten sollten.
Eine gewollte Schwangerschaft sollte frühestens drei Monate nach dem Eingriff geplant werden.
Noch am Tag des Eingriffs wird Ihr Arzt Ihnen mitteilen, wann Sie zur nächsten Kontrolluntersuchung wiederkommen sollen. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie diesen Termin unbedingt einhalten. Zu diesem Zeitpunkt liegt dann meist auch schon das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung vor. Dieser Befund und das weitere Vorgehen kann dann mit Ihnen besprochen werden.
Bei plötzlich eintretenden oder sehr heftigen Schmerzen und bei sehr starken Blutungen oder Fieber sollten Sie aber sofort Kontakt mit Ihrem Arzt aufnehmen. Auch wenn Sie unsicher sind und noch Fragen zum normalen Heilungsverlauf haben, wird Ihnen in der Praxis niemand böse sein, wenn Sie sich telefonisch Rat holen.