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Tagesklinik > Leistungsspektrum > Gynäkologie > Bauchspiegelung (Laparoskopie)  · 

Gynäkologische Bauchspiegelung (Laparoskopie)

Bei vielen unklaren Beschwerdebildern im Bauch- und Beckenraum oder auch zur Abklärung einer ungewollten Kinderlosigkeit ist ein direkter Blick auf die inneren Organe wünschenswert. Die Gynäkologen waren die ersten, die diese Möglichkeit mittels der Bauchspiegelung (Laparoskopie) tatsächlich in größerem Umfang realisiert haben und seit Jahrzehnten praktizieren. Die Einführung eines Laparoskops – im Prinzip ein lichtleitender Glasstab mit aufgesetzter Kamera – erlaubt heute direkte Einblicke in das Innere des Menschen, ohne dass die Nachteile einer größeren Operation in Kauf genommen werden müssen. Durch Spezialinstrumente besteht dabei auch die Möglichkeit Proben für die feingewebliche oder mikrobiologische Untersuchung zu entnehmen

Was geschieht bei diesem Eingriff?

Zuerst muss ein Zugang zur inneren Bauchhöhle hergestellt werden. Dies erfolgt mit einer speziellen Kanüle. Als Einstichsort wird in der Regel die untere Bauchnabelgrube gewählt, da hier der Abstand zwischen Haut und Bachdecke am geringsten ist. Dies hat darüber hinaus auch kosmetische Vorteile, da die zurückbleibende kleine Narbe an dieser Stelle später kaum zu sehen ist.

Nach der Punktion wird über die liegende Kanüle ein medizinisches Gas (Kohlendioxyd) zum Schutz der inneren Organe, und um dem Operateur eine bessere Sicht zu verschaffen, in die Bauchhöhle eingeleitet.


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Für den Eingriff als solchen reicht die Punktionskanüle mit ihrem kleinen Durchmesser noch nicht aus. Sie wird durch eine Metallhülse (Trokar) mit einem größeren Durchmesser ersetzt. Je nach Eingriff werden mehrere solcher Trokare eingesetzt, durch welche dann die Arbeitsinstrumente und die Lichtquelle eingeführt werden können. Bei gynäkologischen Laparoskopien werden - wie weiter oben schon erwähnt- die Lichtquelle in der unteren Bauchnabelgrube und die Arbeitstrokare an der Schamhaargrenze eingeführt. Die dadurch entstehenden kleinen Narben sieht man später kaum.

Der Operateur verschafft sich durch einen Rundumblick in der gesamten Bauchhöhle die notwendige Orientierung. Dabei werden nicht nur die Beckenorgane beurteilt, sondern auch Oberbauchorgane wie Leber und Gallenblase.Gar nicht so selten werden auf diese Weise krankhafte Befunde an Organen entdeckt, für die der Frauenarzt eigentlich primär gar nicht zuständig ist.
Zur Dokumentation können alle Befunde mittels einer Kamera fotografiert und festgehalten werden

Findet der Arzt einen auffälligen Befund, kann er mit den entsprechenden Instrumenten z.B. Proben entnehmen, Punktionen vornehmen, elektrisch verschorfen usw.
Außerdem besteht die Möglichkeit, die Durchgängigkeit der Eileiter mit Hilfe eines Kontrastmittels zu überprüfen.
Viele operative Eingriffe an den Beckenorganen wie Eierstockzystenentfernung oder Eileiterschwangerschaften können heute laparoskopisch durchgeführt werden.
  Zur Beendung des Eingriffs werden dieTrokare vorsichtig unter Sicht durch die Kamera herausgezogen und die kleinen Baucheinschnitte entweder geklebt oder durch wenige Nähte verschlossen.

Wann rät Ihnen der Arzt zu diesem Eingriff?

Der Arzt wird immer dann eine diagnostische Bauchspiegelung (Laparoskopie) empfehlen, wenn er mit anderen Untersuchungsmethoden wie Ultraschall oder Computertomogramm den Ursachen Ihrer Beschwerden nicht auf die Spur kommt. Dies kann z.B. bei chronischen Unterbauchschmerzen der Fall sein.
In manchen Fällen wird der Eingriff auch bei ganz speziellen Fragestellungen vorgenommen. Dies kann zum Beispiel die Überprüfung der Durchgängigkeit der Eileiter bei Kinderwunschpatientinnen sein.

Auch bei der Endometriose, einer Erkrankung bei der sich versprengte Gebärmutterschleimhaut-Inseln im gesamten Bauchraum befinden und starke Beschwerden verursachen können, kommt der Laparoskopie ein hoher Stellenwert zu.

Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?

Jede Laparoskopie wird bei uns in Vollnarkose durchgeführt. Für Sie heißt das: bis auf die Narkoseeinleitung bekommen Sie nichts mit.

Wie lange dauert der Eingriff durchschnittlich?

Die rein diagnostische Bauchspiegelung dauert im Schnitt 10 bis 30 Minuten. Kommen operative Eingriffe hinzu, verlängert sich die Operations-Dauer natürlich entsprechend.

Wer ist eventuell nicht für diesen Eingriff geeignet?

Technisch schwierig oder auch unmöglich kann eine Laparoskopie bei sehr übergewichtigen Personen sein. Auch bei vielen Voroperationen im Bauchraum wird man von einer Bauchspiegelung eher abraten, da Verwachsungen im Bauch den Zugang behindern können.

Nicht durchgeführt werden darf der Eingriff bei Verdacht auf bösartige Erkrankungen und bei bestimmten internistischen Vorerkrankungen mit eingeschränkter Herz-Lungen-Funktion. Hierzu gehören zum Beispiel Erkrankungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit, Angina pectoris und die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD).

Auch Infektionen im Bauchraum wie die Bauchfellentzündung (Peritonitis) und Störungen der Blutgerinnung (Koagulopathien mit erhöhter Blutungsneigung, z.B. Markumar®-Therapie) können gegen eine Bauchspiegelung sprechen. Abgeraten wird eventuell auch bei Nabel- oder Narbenbrüchen (Hernien) oder bei Lücken im Zwerchfell (Hiatushernie), da die Gefahr besteht, dass durch den erhöhten Druck Bauchorgane in den Lücken eingeklemmt werden.

Letztendlich liegt die Entscheidung bei Ihrem behandelnden Arzt, der Ihre individuellen Risiken nach den Voruntersuchungen abschätzen wird.

Wie ist das Risiko einzuschätzen?

Die Laparoskopie ist bei der heutigen Technik ein sehr sicherer Eingriff. Trotzdem lassen sich wie bei jedem operativen Eingriff Komplikationen nicht hundertprozentig ausschließen. In den allermeisten Fällen sind sie aber beherrschbar, auch wenn in Einzelfällen ein zweiter Eingriff notwendig werden kann.

Über die Art und Häufigkeit der Komplikationen wie Blutungen, Organ- und Gefäßverletzungen oder Wundinfektionen wird Ihr Arzt Sie vor dem Eingriff umfassend aufklären.

Was müssen Sie vor dem Eingriff beachten?

Ab 24:00 Uhr sollten Sie am Vorabend des Eingriffs nüchtern bleiben, d.h. nichts mehr essen, nicht rauchen und auch kein Kaugummi kauen. 200ml klare Flüssigkeit ( Wasser, Tee oder Kaffe ohne Milch !) ist bis zu 2 stunden vor Ihrem eingriff erlaubt.
  Nehmen Sie wegen anderer Erkrankungen regelmäßig Medikamente ein, sollten Sie den Arzt bzw. Anästhesisten rechtzeitig vorher darüber informieren, da einige Medikamente wie z.B. blutverdünnende Substanzen einige Tage vor dem Eingriff abgesetzt werden sollten. Da der Bauch nach dem Eingriff noch etwas gebläht sein kann, sollten sie zum Operations-Termin möglichst lockere Kleidung tragen

Was geschieht nach dem Eingriff und was ist zu beachten?

Nach eine ambulanten Bauchspiegelung bleiben Sie nach dem Eingriff noch für einige Stunden unter Beobachtung – so lange bis Sie sich fitt für den Heimweg fühlen. Die Narkose wird relativ schnell nachlassen, so dass sie bald wieder ansprechbar sind. Bis Sie wieder völlig klar im Kopf sind, kann es aber noch etwas länger dauern. Sie dürfen daher am Tag des Eingriffs nicht selbst Auto fahren und sollten sich auch nicht alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg machen. Lassen Sie sich von Angehörigen oder Freunden abholen oder nehmen Sie ein Taxi nach Hause. Noch mehrere Stunden nach dem Eingriff können sie erschöpft und schläfrig sein. Legen Sie sich also ruhig ins Bett und ruhen sich aus. Einige Schritte sollten Sie aber noch am Operationstag laufen, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.

Noch in der Tagesklinik wird Ihnen Ihr Arzt etwas über den Operationsverlauf und ggf. den Befund mitteilen können. Feingewebliche Untersuchungen brauchen natürlich etwas längere Zeit – in der Regel 2 bis 4 Tage.

Bedingt durch die Narkose kann bei einigen Patienten nach der Operation eine leichte Übelkeit auftreten, die aber bald wieder abklingt.
Mit größeren Schmerzen ist nach einer diagnostischen Bauchspiegelung (Laparoskopie) nicht zu rechnen. Einige Patienten klagen über rechtsseitige Schulterschmerzen. Als Ursache wird eine Nervenreizung vermutet, die durch den erhöhten Druck im Bauchraum mit Verlagerung der Leber entsteht. Etwas Bewegung oder Lagerung im Bett mit einem Kissen unter dem Gesäß kann Abhilfe schaffen – falls nicht, hilft ein leichtes Schmerzmittel.

Bekommen Sie keinen Schreck wenn sich auf Ihrem Bauch ein größeres Pflaster befindet - die Wunde darunter ist wesentlich kleiner. In der Regel können sie nach 1-2 Tagen duschen, wobei die Wunde nicht eingeseift und gut trocken getupft werden sollte.

Wann findet in der Regel der nächste Arzttermin statt?

Noch am Tag des Eingriffs, wird Ihr Arzt Ihnen mitteilen, wann Sie zur nächsten Kontrolluntersuchung wiederkommen sollen. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie diesen Termin unbedingt einhalten. Sobald die Untersuchungsergebnisse vorliegen, wird Ihr Arzt den Befund und das weitere Vorgehen mit Ihnen besprechen. Außerdem werden an einem dieser Termine die Fäden gezogen.

Bekommen Sie zu Hause Fieber oder starke Schmerzen oder stellen Sie an der Wunde Rötungen und andere Entzündungszeichen fest, sollten Sie umgehend mit dem Arzt Kontakt aufnehmen. Auch wenn Sie unsicher sind und noch Fragen zum normalen Heilungsverlauf haben, wird Ihnen in der Praxis niemand böse sein, wenn Sie sich telefonisch Rat holen.

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